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Arno Carstensen als IG BAU-Chef im Kreis SL-FL wiedergewählt

Gewerkschafter vertritt Interessen von 8200 Beschäftigten

arno
22.03.2022
IG Bau Schleswig-Holstein-Nord

Arno Carstensen ist als Chef des Bezirksverbands Schleswig-Holstein Nord der Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt für vier weitere Jahre im Amt bestätigt worden. Damit bleibt der 64-Jährige Interessenvertreter für Bauarbeiter, Reinigungskräfte und Beschäftigte aus der Land- und Forstwirtschaft im Kreis Schleswig-Flensburg. Nach Angaben der Arbeitsagentur arbeiten in den Branchen der IG BAU im Kreis aktuell rund 8.200 Menschen – 3.800 von ihnen im Bauhauptgewerbe und 1.000 in der Gebäudereinigung.

Carstensen ist gelernter Landschaftsgärtner und seit 2007 IG BAU-Bezirksvorsitzender. Seit 1979 setzte er sich in der damaligen Gewerkschaft Gartenbau, Land- und Forstwirtschaft (GGLF) ein, die 1996 in die IG BAU überging. Der gebürtige Nordfriese arbeitet in der Friedhofsverwaltung in Kappeln (Kreis Schleswig-Flensburg) und engagiert sich als Vize-Präsident in der Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein, wo er auch Prüfungen angehender Gärtner abnimmt. Die Belange der Menschen in den „grünen Berufen“ seien ihm ein besonderes Anliegen, sagt Carstensen. Hier wolle er sich für Verbesserungen im Arbeitsalltag starkmachen. Carstensen ist verheiratet und hat zwei erwachsene Söhne.

„Ob auf der Baustelle, in der Reinigungsfirma oder im Malerbetrieb – den Beschäftigten sollten die Entwicklungen in ihrem Beruf und an ihrem Arbeitsplatz nicht egal sein“, betont der Gewerkschafter. Bessere Löhne und Arbeitsbedingungen fielen aber nicht vom Himmel. Carstensen appelliert an die Beschäftigten, sich für die eigenen Interessen einzusetzen. Das Handwerk in der Region sei in den nächsten Jahren auf Tausende zusätzliche Kräfte angewiesen. Fachleute sollten daher auf einer tariflichen Bezahlung bestehen und den Rat der IG BAU vor Ort suchen.

Beschäftigte müssten darüber hinaus stärker mitentscheiden, wie ihr Job in Zukunft aussehe. Ein „Riesen-Thema“ sei hier die Weiterbildung. „Viele Branchen stehen vor einem enormen Umbruch. Ob es um die klimagerechte Sanierung von Altbauten, den Waldumbau im Forst oder die Digitalisierung in der Baubranche geht – wichtig ist, Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer durch zusätzliches Know-how für die Zukunft fit zu machen“, so Carstensen. Neue Trends und Technologien müssten den Beschäftigten zugutekommen, statt Jobs zu gefährden. Beim Wandel der Arbeitswelt sei es unverzichtbar, dass Gewerkschaften und Betriebsräte ein entscheidendes Wort mitredeten, betont der IG BAU-Bezirkschef.

Außerdem kündigt Carstensen an, sich in politische Debatten einzumischen: „Viele Vorhaben der Berliner Ampel-Koalition haben direkte Auswirkungen in unserer Region – von der Wohnungsbau-Offensive über die Umgestaltung der Agrarwirtschaft bis hin zur gesetzlichen Rente. Bei all diesen Themen wird sich die Kieler IG BAU einbringen und dabei auch der Kommunal- und Landespolitik auf die Finger schauen, gerade im Vorfeld der schleswig-holsteinischen Landtagswahl am 8. Mai.“